Thailand war als einzigstes Land in SO-Asien nie besetzt gewesen. Bis vor einigen Jahrzehnten, da kamen die Farangs, die Ausländer, die Touristen.
Ich habe in Thailand schon viele nette Leute kennengelernt, leider aber auch ein paar “Affen”, die besser zu Hause geblieben wären.
So blöckte mal vor ca. 10 Jahren ein Tourist im Flugzeug rum (es war ein Deutscher). Ein Steward bat ihn sich beim Startvorgang anzuschnallen. Er meckerte rum er sei Gast und könne mal gerade tun und lassen was er wolle. Schließlich habe er ja bezahlt.
Ebenfalls gut, besser gesagt schlecht, ist mir eine Frau in Erinnerung. Es dürften auch so um die 10 Jahre her sein. Wir wurden mit einem Minibus auf Koh Chang zur Fähre gefahren, saßen ganz hinten. Es war drückend heiss, diese Frau saß in der ersten Reihe und machte die Belüftung aus mit der Begründung, die würde sie stören. Jeder beschwerte sich, doch die weigerte sich uns den notwendigen Sauerstoff zukommen zu lassen. Alles Bitten half nicht, sie stellte die Belüftung nicht an bis der Fahrer ihr dann klar machte, dass sie auch zu Fuß gehen könne.
So gibt es noch viele weitere Bespiele. Auch dieses Jahr ist mir so ein Monkey begegnet, auf Koh Samui. Wir fuhren mit einem Sammeltaxi, dieses hielt kurz, unser Fahrer sprach mit dem Fahrer eines anderen Sammeltaxis. Nicht weiter tragisch, die hatten was zu klären. Die Straße war nur kurz blockiert, hinter uns ca. 10 Mopedfahrer, darunter ein Farang. Und dieser Affe brüllte dann rum “goooo”, forderte die beiden Fahrer auf ihm Platz zu machen. Ich frage mich was so einen Typen zu so einer Reaktion bewegt. Was müssen die Fahrer denken? Unser Fahrer war um die 60 Jahre, vielleicht auf Koh Samui geboren und soll sich dann dieses Gebrüll anhören? Genaugenommen hat der Mopedfahrer durch seine Lautstärke nichts anderes erreicht als “sein Gesicht zu verlieren”, letztendlich hat er sich blammiert. Nur warum spielen die sich so auf?
“Asien ist laut und macht verrückt”. Das war das erste das ich lernte, als ich in den 90er Jahren Nepal besuchte. Dieser Satz stimmt, gilt auch für Thailand.
Man landet auf dem internationalen Flughafen, alles sauber, neu, modern. Draußen erwarten einen Taxis, moderne Busse, Bangkok selber ist exotisch, aber auf den ersten Blick westlich-modern. Doch irgendwann kapiert man dass es nicht der Westen ist. Irgendwann sieht man die berühmten “Geisterhäuser”, “Tempel” mit allen Arten von Buddhas, merkt, dass die Thais eine komplett andere Denkweise haben als wir im Westen. Es verwirrt einen. Der Lärm, die Musik, die Hitze, das geordnete Chaos.
Das ist der Moment sich bewußt zu machen dies zu respektieren. Thais respektieren auch die Touristen, auch wenn es sicher dem ein oder anderen Thai schwer fällt.
Man kann natürlich einwenden, dass sie von unseren Devisen zu leben, aber Touristen sorgen auch für Preiserhöhungen, dumme Touristen mißachten ihre Tradionen, zeigen keinen Respekt vor dieser uralten Kultur.
Wußten Sie dass Pattaya zu Zeiten des Vietnamkrieges noch ein kleines, unbekanntes Fischerdorf war? Die US-Armee flog Vietmansoldaten nach Pattaya zu Erholung, Pattaya ist heute überflutet, verwestlich. Und einige blieben auf der Strecke.
Vor 15 Jahren sagte mir ein Thai folgendes: “Pattaya und Puhket ist nicht mehr Thailand”.
Thais verzeihen den Touristen viele Patzer, aber man soll es einfach auch nicht übertreiben.
Irgendwie trifft sich in Thailand die gesamte Welt:
Da sind die Nordeuropäer, die Schweden, die Dänen… Fallen nicht sonderlich auf, ach ja, sind halt Schweden. Man mag sie, mir geht es jedenfalls so, kann sie aber nicht richtig einschätzen. Trinken viel, sind nett und höflich, haben mit niemandem Probleme.
Dann gibt es die Engländer, gebaut wie Phil Taylor, inkl. Tätoos, Haarschnitt wie Wayne Roney. Und ein Muss bei den Engländern: ein T-Shirt von einem Fußballverein. ManU, ManCity, Chelsea… Sie wissen schon, ein T-Shirt von den Vereinen, die im Jahr 2013 in der Champions Leque nichts auf die Reihe bekommen haben.
Ich habe einen guten Bekannten, Engländer, auf Koh Chang. Er hat eine Kneipe. Er stellt mir seine britischen Kumpels vor, das geht dann z.B. wie folgt: “Hey James, this is Stefan, my friend from Germany”. “Germany”, das Wort, das sie dann in Angst und Schrecken versetzt. Es erfolgt Shakehands nach dem Motto, ok, wir akzeptieren dich hier, aber halt am besten die Klappe.
Dann gibt es die Kanadier und die Australier. Irgendwie haben die mit keinem Streß, ähnlich den Nordlichtern. Nett sie zu sehen, reden gerne.
Auch viele Chinesen besuchen Thailand, aber das hören sie dann. An der Lautstärke wenn sie reden.
Eine besondere Spezies sind die Amerikaner. Amerikaner sind ein Fall für sich. Die kommen grundsätzlich mit einer Flasche Bier in eine Bar (die sie günstig im ”Seven-Eleven” gekauft haben), verpinkeln dort den Klo, machen den Aschenbecher voll und verschwinden dann mit ihrem Bier wieder, auf zur nächsten Bar. Dementsprechend gerne in der Gastronomie gesehen.
Dieses Jahr kamen auf Koh Samui zwei Amerikanerinnen in eine Kneipe, der Wirt verdrehte schon die Augen, jede hatte eine 640ml Chang-Bier-Flasche in der Hand nach dem Motto, “glaubst doch nicht dass wir hier dein teures Bier trinken”.
Dann legten sie direkt los in der Ansicht jeder würde sie verstehen. Ich fragte eine wo sie denn herkäme, sie sagte “Nneeeeeew Yooork”. “Nneeeeew what? I don´t know”. Sie war erstaunt, erzählte mit dann was von New Jersey und Manhattan, danach verschwand sie wieder, samt Bier.
Amerikaner können nicht so viel mit anderen Ländern anfangen. Ihr Amerika ist “great”, der Rest wird akzeptiert. Folgendes hatte ich mal im Fernsehen gesehen. Da wurde ein Texaner gefragt ob er denn mit seinem deutschen Auto (er fuhr einen Mercedes) zufrieden sei. Ganz entrüstet fragte er, wieso es denn ein deutsches Auto sei. Es sei ein amerikanisches Auto, schließlich habe er es doch in Dallas gekauft. Tja, so sind sie.
Seit etwa 5 Jahren hört man noch eine Sprache in Thailand. Russisch. Die Russen kommen, und zwar in Scharen. Das erste mal sind sie mir in Pattaya in einem Sammeltaxi aufgefallen. Das sind ja Russen dachte ich als ich sie reden hörte. Und tatsächlich kommen immer mehr Russen nach Thailand, in Pattaya sollen zwischenzeitlich schon die Speisekarten auf russisch übersetzt sein.
Russen erkennt man wenn man genau hinschaut. Sie tun alles um nicht russisch zu erscheinen, genau dadurch fallen sie auf. Meiner Ansicht nach. Aber im Grunde hat man mit denen überhaupt keine Probleme, kommt allerdings auch nicht so ins Gespräch. Hab immer so den Eindruck, dass sie noch etwas zurückhaltend sind.
Aber was soll´s, wir haben sicher auch unsere Macken und Eigenarten. Letztendlich will jeder nur einen schönen Urlaub. Und spätestens hier sind wir dann alle wieder gleich.